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Christian Dietrich Grabbe (1801-1836) [Litteratur in Langenberg]


Kursnummer N2EB909
Beginn Mi., 09.12.2020, 19:15 - 21:30 Uhr
Kursgebühr 8,00 €
Dauer 1 Termin
Kursleitung Dr. Rüdiger Krüger
Bemerkungen Schreibzeug (Papier, Schreibmaterialien) für Notizen während der Veranstaltung;
in der vhs.cloud unter MATERIALIEN/Dateiablage finden Sie Materialien zum rein privaten Gebrauch; diese können Sie nach Freischaltung Ihres Zugangs herunterladen.
Kursort
vhs.cloud, digitales Angebot
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Schiller und Goethe, ihr beiden Heroen am deutschen Dichterhimmel, brauchtet euren Glanz nicht mit den Erbärmlichkeiten eures Privatlebens zu umnebeln – Recht gut, daß man eure Charactere kennen lernt, aber so manche Elendigkeiten, die wir nicht zu wissen brauchten, dabei! – Auch das mag gut seyn, wenigstens bei dem blinden Bewunderer Menschenkenntniß verbreiten, – aber war es (gelinde ausgedrückt) klug oder delicat, daß Goethe sie bekannt machte? Was Schiller oder Goethe künstlerisch oder moralisch sind, weiß der Gebildete auch ohne diese Briefe.
Das literarische Gesindel, welches nichts kann, als Nachschreien und Nachbeten, wird nicht ermangeln auch diesen Briefwechsel zum Himmel zu erheben. Die Berliner Jahrbücher der Literatur, in denen die Recensionen von den Recensenten unterzeichnet werden, und das im belletristischen Fache sehr überflüssig, da man die darin an hohlen Phrasen sich abwürgenden Menschenkinder schon kennt oder schon nicht achtet, haben in ihrem breiten, nach der Schule schmeckenden Style bereits nicht versäumt, dieß auf Kosten Schillers zu thun, der immer nur als Schildknappe neben Goethe mitgehen soll. Auch auf Kosten der Wahrheit, – Herr Varnhagen von Ense, der mehr Kenntniß, und die ist auch so arg nicht, als Urtheil besitzt, hätte sich z.B. recht hüten sollen, Schiller und den jetzigen König von Baiern am Schlusse seiner Kritik in eine poetische Bekanntschaft zu bringen, die nie existirt hat. Andere Journale machen es indeß eben so, und Mancher heult mit, weil er muß.
Schmutz ist Schmuz und kommt er auch aus dem Palaste eines sogenannten Dichterfürsten. Beschenkt dieser die Welt mit Sächelchen, die wie die qu. Briefsammlung oft nichts enthalten, als Einladungen zum gemeinsamen Ausfahren, Grüße an die liebe Frau, an Carlchen bisweilen dazu, so schütze uns Gott, wenn etwa Napoleon, der an Kraft, Geist, Character und Wirksamkeit etwas mehr als Goethe und Schiller bedeutet, ja, auf ihre Dichtungen (Schillers Wallenstein, Goethe's Werke seit 1813) sichtbaren Einfluß gehabt hat, alle seine Tagsbefehle, freundschaftlichen Billets, Licenzzettel pp edirt hätte. Hält Goethe sich für so wichtig, glaubt es sey zu seiner und zu Schillers dereinstigen Characterschilderung so nöthig, daß er nach Schillers Tode diese Briefwechselei herausgibt, so hätte er doch den Leser und das Papier mit den Visiten- und Küchen-Charten (denn viele Billette sind nichts weiter) verschonen sollen. Er konnte ja, wenn »Grüße und Einladungen zum Mitspeisen« so große Bedeutung auf die Bildung und das Wesen zweier Dichter haben, sie nur chronologisch anzeigen – einige hundert Seiten hätte er gespart.
Wer diesen Briefwechsel in das Publicum gegeben hat, ist auch im Stande, seine und Schillers abgetragene Hosen lithographiren zu lassen. Goethe irrt sich aber, wenn er etwa glaubt jeder Leser würde sein Verhältniß zu Schiller so annehmen, wie es hier sich darstellt. Ohne Controlle nichts Gewisses in der Welt – Sollte Schiller an dritte Personen so über Goethe geschrieben haben, wie an Goethe selbst? Man hat Grund zu zweifeln, selbst nach der behutsamen Körner'schen Biographie vor Schillers Werken. Es wäre dankenswerth, wenn noch lebende Freunde Schillers, die mit ihm briefgewechselt haben, nun auch die empfangenen Briefe edirten.

Grabbe: Etwas über den Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe.

Da der Kulturkotten auf dem Hof Cramer zu klein ist, findet diese Veranstaltung in diesem Semester Corona-bedingt rein medial in der vhs.cloud statt.

Anmeldeschluss: 09.12.2020, 12.00 Uhr

Anmeldungen und nähere Informationen unter www.vhs-re.de, 05242 90 30-139 oder aleksandra.matuszak@vhs-re.de




Datum
09.12.2020
Uhrzeit
19:15 - 21:30 Uhr
Ort
vhs.cloud, digitales Angebot


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