Programm
/ Kursdetails

Jud Süß (Joseph Süß Oppenheimer) Wilhelm Hauff Lion Feuchtwanger Veit Harlan Litterarische Mittwochsgesellschaft V


Kursnummer 21B2EA905
Beginn Mi., 19.01.2022, 19:15 - 21:30 Uhr
Kursgebühr 8,00 €
Dauer 1 Termin
Kursleitung Dr. Rüdiger Krüger
Bemerkungen Schreibzeug (Papier, Schreibmaterialien) für Notizen während der Veranstaltung;
in der vhs.cloud unter MATERIALIEN/Dateiablage finden Sie Materialien zum rein privaten Gebrauch; diese können Sie nach Freischaltung Ihres Zugangs herunterladen.
Kursort vhs.cloud, digitales Angebot
,
Der absolutistisch regierende Karl Alexander von Württemberg herrschte nur vier Jahre (1733–37) als zum Katholizismus Konvertierter über eine fast vollständig protestantische Bevölkerung und setzte als wichtigsten Berater und Finanzrat den Juden Joseph Ben Issachar Süßkind Oppenheimer – kurz Joseph Süß Oppenheimer oder diffamierend Jud Süß genannt – ein. In der kurzen Zeit baute Oppenheimer das veraltete Finanzsystems des Herzogtums um: er gründete die erste Württembergische Bank, erließ Steuern (auch für Beamten), gründete die heute noch existierende Porzellanmanufakur, führte spezielle Lotterien ein etc., und sanierte durch die vielfältigen Reformen mit einer modernen Finanzverwaltung den württembergischen Staatshaushalt. Unmittelbar nach dem überraschenden Tod des Herzogs wurde Joseph Süßkind Oppenheimer unter Hausarrest gestellt, zuletzt auf dem Hohenasperg eingekerkert und in einem Geheimprozess – mit Anschuldigung von Hochverrat über Majestätsbeleidung und Plünderung der Staatskassen bis hin zur Verächtlichmachung der christlichen Religion und sexuellen Ausschweifungen mit Christinnen – schlussendlich zum Tod verurteilt. Nach der Hinrichtung blieb sein Leichnam 6 Jahre in einem roten eisernen Kasten auf dem Stuttgarter Galgenberg aufgehängt. Ein Justizskandal, der zwar als solcher bekannt wrar, dessen das ganze Ausmaß an Infamie und Justizverdreherei zeigende Akten erst im 21.Jahunderts gelüftet wurden.
Der Prozess und seine Umstände im 18. Jahrhundert, die Novelle von Wilhelm Hauff 1837 sowie das Theaterstück und der Roman Lion Feuchtwangers in der Weimarer Republik sowie der Nazi-Propagandafilm von Veit Harlan als berühmteste Bearbeitungen des "Jud-Süß-"Stoffes lassen tief in den christlich-jüdischen Konflikt und die Ausprägung des latent vorhandenen Antisemitismus in Deutschland schauen.


Anmeldeschluss: 19.01.2022, 16.00 Uhr

Anmeldungen und nähere Informationen unter www.vhs-re.de, 05242 90 30-139 oder aleksandra.matuszak@vhs-re.de




Datum
19.01.2022
Uhrzeit
19:15 - 21:30 Uhr
Ort
vhs.cloud, digitales Angebot


VHS Reckenberg-Ems

Kirchplatz 2 | 33378 Rheda-Wiedenbrück
Fon 05242 9030-0
Fax 05242 9030-130
briefkasten@vhs-re.de

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag
Montag bis Mittwoch  
Donnerstag
08.30 bis 12.30 Uhr
14.00 bis 17.00 Uhr
14.00 bis 18.00 Uhr