Programm
/ Kursdetails

Litterarische Mittwochsgesellschaft IV - Nach Goethes Tod bis 1900 z.B. Poetischer Realismus & Naturalismus


Kursnummer M2EA104
Beginn Mi., 27.05.2020, 19:15 - 21:30 Uhr
Kursgebühr 0,00 €
Dauer 1 Termin
Kursleitung Dr. Rüdiger Krüger
Bemerkungen Schreibzeug (Papier, Schreibmaterialien);
Literatur - sofern vorhanden
Kursort
vhs.cloud, digitales Angebot
,
Bitte unter www.vhs.cloud als Teilnehmer registrieren und dann mit dem Veranstaltungscode m2ea104@re.vhs.cloud anmelden; Sie werden dann schnellstmöglich in den virtuellen Veranstaltungsraum geführt... Dieser bleibt bis Ende Juni geöffnet, neue Interessenten sind jederzeit willkommen.

Die wichtigsten poetologischen Forderungen des programmat. R[ealismus]: 1. Verbannung rhetorischer Prinzipien, insbes. a) des Allegorischen, das nur Abstraktes willkürlich versinnlicht; statt dessen eine von der wirkl. Erscheinung ausgehende symbolische Weltdeutung (Vischer); b) preziöser u. unstimmiger (katachretischer) Bilder (Kritik an den Jungdeutschen); c) abstrakt-deklamatorischer Sprache (Kritik an Schiller); d) des "niederen Stils" (Keller gegen Gotthelf); statt dessen "Verklärung" des Alltags u. ein "mittlerer Stil" (Sengle 1971), wie er der soziolog. Stellung des Bürgertums entspricht; e) der Kleinteiligkeit rhetorischer Sondereinheiten in größeren Kompositionen (beschreibende, belehrende, reflektierende, satirische, idyllische, genrehafte Einlagen bes. im Roman); f) jegl. "Tendenz" oder Absicht. - 2. Vermeidung von Stoffen u. Formen, die exklusive literar. Bildung voraussetzen; statt dessen allg. interessierende u. zugängl. Werke; eventuelle unauffällige Vermittlungsleistung durch den Erzähler oder einen "mittleren Helden" nach dem Vorbild Walter Scotts (Ludwig); Respekt vor den "gesunden" Ansichten des Volkes; stärkere Beachtung des handel- u. gewerbetreibenden gegenüber dem Bildungsbürgertum, der "realistischen" (= gewerblichen) Bildung gegenüber der "humanistischen". - 3. eine charakterisierende Sprache, daher auch Bevorzugung der Prosa; jedoch kein Soziolekt in der Erzählerrede. - 4. für Roman u. Novelle: kunstvoll-schlichtes Erzählen statt iron. Spiel mit der Fiktion. - 5. Helden, die das bürgerl. Leben charakteristisch prägt (Familie, Arbeit, soziale Gemeinschaft, bürgerl. Liebe); Eliminierung des Abenteuerlichen, Romantischen, sozial Randständigen; Verzicht auf "problematische" Charaktere. - 6. Vermeidung eines nicht durch "Verklärung" u. "Humor" gemilderten "Elendsrealismus", der eine soziale Anklage gegen die bürgerl. Gesellschaft begründen würde, wo diese noch als - angeblicher - Anwalt des ganzen Volkes um die Menschen- u. Bürgerrechte kämpft. - 7. Auffassung des Dichtens als bürgerl. Arbeit mit spezif. Verpflichtung zu "Sauberkeit" der Komposition u. des Stils, Zügelung der Subjektivität, Treue zum Werk als ästhetische Einheit; Verzicht auf publizistische Grenzüberschreitung.
Die Literatur des dt. R. hat ihre größten Leistungen auf dem Gebiet der Novelle hervorgebracht. Das Fehlen einer dt. Hauptstadt bis 1871, der Provinzialismus der dt. Literatur haben die Entwicklung des Gesellschaftsromans behindert. Die Tradition des klassischromant. Bildungs- oder Künstlerromans gab Innovationen häufig den Rahmen vor. Den schwierigen Übergang vom romantischen zum bürgerl. Gattungstyp, zgl. von der romantischen zur bürgerl. Künstlerexistenz des Autors zeigt der mit Herzblut geschriebene autobiographische Roman Gottfried Kellers Der grüne Heinrich (Braunschw. 1854/55). Trotz seiner scheinbaren Subjektivität ist das Werk ein großes Dokument der erlebten Krise der bürgerl. Gesellschaft (Sautermeister 1980, Kaiser 1981). - Einen realistischen Musterroman wollte Freytag mit Soll und Haben (Lpz. 1855) schaffen. [...]
Killy Literaturlexikon, Sachlexikon: Realismus. (vgl. Killy Bd. 14, S. 267 ff.)

Kurs abgeschlossen



Datum
27.05.2020
Uhrzeit
19:15 - 21:30 Uhr
Ort
vhs.cloud, digitales Angebot


VHS Reckenberg-Ems

Kirchplatz 2 | 33378 Rheda-Wiedenbrück
Fon 05242 9030-0
Fax 05242 9030-130
briefkasten@vhs-re.de

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag
Montag bis Mittwoch  
Donnerstag
08.30 bis 12.30 Uhr
14.00 bis 17.00 Uhr
14.00 bis 18.00 Uhr