Kultur, Gestalten
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Litterarische Mittwochsgesellschaft I Ehepaar Gottsched


Kursnummer J2EA101
Beginn Mi., 19.09.2018, 19:15 - 21:30 Uhr
Kursgebühr 8,00 €
Dauer 1 Termin
Kursleitung Dr. Rüdiger Krüger
Bemerkungen Schreibzeug (Papier, Schreibmaterialien);
Literatur - sofern vorhanden
Kursort
Stadtbibliothek Wiedenbrück, Lesecafé
Kirchplatz 2, 33378 Rheda-Wiedenbrück
Johann Christoph Gottsched (1700-1766)
Luise Adelgunde Victorie Gottsched, geb. Kulmus, gen. Die Gottschedin (1713-1762)

Unsern Besuch bei Gottsched darf ich nicht übergehen, indem die Sinnes- und Sittenweise dieses Mannes daraus hervortritt. Er wohnte sehr anständig in dem ersten Stock des »Goldenen Bären«, wo ihm der ältere Breitkopf, wegen des großen Vorteils, den die Gottschedischen Schriften, Übersetzungen und sonstigen Assistenzen der Handlung gebracht, eine lebenslängliche Wohnung zugesagt hatte.
Wir ließen uns melden. Der Bediente führte uns in ein großes Zimmer, indem er sagte, der Herr werde gleich kommen. Ob wir nun eine Gebärde, die er machte, nicht recht verstanden, wüßte ich nicht zu sagen; genug, wir glaubten, er habe uns in das anstoßende Zimmer gewiesen. Wir traten hinein zu einer sonderbaren Szene: denn in dem Augenblick trat Gottsched, der große, breite, riesenhafte Mann, in einem gründamastnen, mit rotem Taft gefütterten Schlafrock zur entgegengesetzten Türe herein; aber sein ungeheures Haupt war kahl und ohne Bedeckung. Dafür sollte jedoch sogleich gesorgt sein: denn der Bediente sprang mit einer großen Allongeperücke auf der Hand (die Locken fielen bis an den Ellenbogen) zu einer Seitentüre herein und reichte den Hauptschmuck seinem Herrn mit erschrockner Gebärde. Gottsched, ohne den mindesten Verdruß zu äußern, hob mit der linken Hand die Perücke von dem Arme des Dieners, und indem er sie sehr geschickt auf den Kopf schwang, gab er mit seiner rechten Tatze dem armen Menschen eine Ohrfeige, so daß dieser, wie es im Lustspiel zu geschehen pflegt, sich zur Türe hinaus wirbelte, worauf der ansehnliche Altvater uns ganz gravitätisch zu sitzen nötigte und einen ziemlich langen Diskurs mit gutem Anstand durchführte.

Goethe: Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit. Siebtes Buch (vgl. Goethe-HA Bd. 9, S. 267 ff.)

Zu den bekanntesten Vertretern des frühaufklärerischen Lustspiels, der sogenannten Sächsischen Komödie, gehört Luise Adelgunde Gottsched, genannt Gottschedin (1713-1762), die Frau des Literaturreformers. Mit ihren derb-satirischen Stücken (Die Pietisterey im Fischbeinrocke oder Die doctormäßige Frau, 1736, das heuchlerische Frömmelei aufs Korn nimmt, Die ungleiche Heirat, 1743, Der Witzling u. a.) unterstützte sie die Bühnenreformen ihres Gatten.

Geschichte der deutschen Literatur: Phasen der Aufklärung von der Didaktik bis zur Gefühlskultur (Christoph Siegrist). (vgl. Zmegac-GddL Bd. I/1, S. 77) (c) Beltz Athenäum Verlag

Abendkasse



Datum
19.09.2018
Uhrzeit
19:15 - 21:30 Uhr
Ort
Kirchplatz 2, Stadtbibliothek Wiedenbrück, Lesecafé


VHS Reckenberg-Ems

Kirchplatz 2 | 33378 Rheda-Wiedenbrück
Fon 05242 9030-0
Fax 05242 9030-130
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