Kultur, Gestalten
Kultur, Gestalten / Kursdetails

Litterarische Mittwochsgesellschaft Perioden der Deutschen Litteratur litterarische Epochen von Luther bis zur Weimarer Republik


Kursnummer M2EA100
Beginn Mi., 04.03.2020, 19:15 - 21:30 Uhr
Kursgebühr 40,00 €
Dauer 5 Termine
Kursleitung Dr. Rüdiger Krüger
Bemerkungen Schreibzeug (Papier, Schreibmaterialien);
Literatur - sofern vorhanden
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Das Wort Epoche (griech. Hemmung, Haltepunkt) bezeichnet eigentlich den Zeitpunkt eines folgenreichen Ereignisses, den Beginn eines geschichtl. Prozesses. Allgemein wird es jedoch für den Zeitabschnitt verwendet, der durch ein solches "epochemachendes" Ereignis geprägt u. durch Beginn u. Auslaufen eines bestimmten geschichtl. Prozesses begrenzt erscheint. E.n können damit als Periodisierungseinheiten von Geschichtsverläufen betrachtet werden.
Der Rede von den E.n der Literaturgeschichte liegt die Auffassung zugrunde, daß es möglich sei, Zeiträume voneinander abzugrenzen, innerhalb derer dem überwiegenden bzw. für repräsentativ angesehenen Teil der Literatur bestimmte Merkmale abzulesen sind, die als charakteristisch für die Unterscheidung von der jenseits der gesetzten Zeitgrenzen dominierenden Literatur gelten können. Die literaturgeschichtl. E.n werden häufig in Epochenbegriffen gefaßt, deren Namen die für die Literatur des betreffenden Zeitraums als charakteristisch angenommenen Merkmale konnotieren: Die Namen sind teils Bezeichnungen literarischer Strömungen (z. B. Romantik), teils historisierte Normbegriffe (Klassik, Moderne), teils Begriffsübertragungen aus der Kunst-, Religions- u. Philosophiegeschichte (z. B. Renaissance, Barock, Reformation, Aufklärung). In den Problemkreis, der mit den literaturgeschichtlichen Epochenbegriffen angesprochen wird, gehören auch die Versuche, kürzere Abschnitte der Literaturgeschichte mit dem Parteinamen einer literar. Gruppierung, dem Namen eines Kunst- oder Lebensstils zu bezeichnen oder unter Begriffen aus der politischen Geschichte zu subsumieren: Sturm und Drang, Biedermeier u./oder Junges Deutschland, Vormärz, Naturalismus, Symbolismus, Expressionismus, Neue Sachlichkeit usw.
Der ontolog. Status von E.n ist unterschiedlich bestimmt worden. Gegen den aus der Hegelschen Geschichtsphilosophie hervorgehenden Begriffsrealismus (E. als objektivierbare Entwicklungsstufe des absoluten Geistes, Epochenabfolge als die Form, in der Geschichte sich vollzieht), den die dt. Geistesgeschichte wie auch die marxistische Literaturgeschichtsschreibung übernommen hatte, steht eine nominalistische Begriffsauffassung, die die E.n nur als "arbeitshypothetische und vorläufige Hilfskonstruktionen" (Schultz 1935) bzw. als "regulative Ideen", Rahmenvorstellungen gelten lassen will, die dem "Verstehen und Gliedern des geschichtlichen Stromes dienen sollen" (von Wiese 1933).
Killy Literaturlexikon, Sachlexikon: Epoche.
Bd. 13, S. 228 ff.

Zu Litteratur vs. Literatur:
"Sehr beliebt ist auch, wegen Ersparniß eines Buchstabens, die Schreibart "Literatur" statt der richtigen "Litteratur". Zu ihrer Verteidigung wird das Particip des Verbums linere für den Ursprung des Wortes ausgegeben. Linere heißt aber schmieren: daher möchte für den größten Theil der Deutschen Buchmacherei die beliebte Schreibart wirklich die richtige seyn, so daß man eine sehr kleine Litteratur und eine sehr ausgedehnte Literatur unterscheiden könnte."

Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung. 2 Bde, Leipzig 1818(19)/1844 (vgl. Schopenhauer-ZA Bd. 3, S. 148)



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