Wenn der Lockdown neue Projekte fördert oder „Kresse goes digital“

Wenn der Lockdown neue Projekte fördert oder „Kresse goes digital“

Es ist ja schon mit genügend Auflagen behaftet, wenn die landesgeförderte Jugendsozialarbeit in Zeiten der Pandemie aufgefordert und gewillt ist, mit den jungen Menschen weiterhin in Kontakt zu bleiben. Doch welche Projekte können und dürfen wir als Werkpädagogen und Werkpädagoginnen wirklich durchführen?

Als sich Anfang Februar 2021 verdeutlichte, dass wir mit kleinen Grüppchen bis zu 5 Schülerinnen und Schülern in Präsenz gehen dürfen, musste für die Jugendwerkstatt Kultur auch eine etwas andere Projektausrichtung überlegt sein, denn Gesang, Theater und Bühnenbildbau sind ja seit mehreren Monaten tabu.

Außerdem scheinen die digitalen Klassenzimmer die Schülerschaft so intensiv an (und in) die Schreibtischsessel zu binden, dass die rückkehrenden Jugendlichen der Jugendwerkstatt Kultur in Präsenz mit den Werkpädagoginnen und Pädagogen Sätze wie: „Ey draußen is ja echt viel Luft“ mit erstaunten Augen von sich gaben.

Die verwaiste Jugendwerkstatt hält Gegenstände bereit, die nicht mehr wirklich als „Arbeitsmaterial“ eingestuft werden können, sondern eher mit dem Satz meines Kollegen zu kennzeichnen sind, der da lautet: „Ist datt hier Kunst oder kann das wech?“

Die Jugendlichen erzählten, dass der Garten ein geeigneter Treffpunkt war, um überhaupt die Großeltern nach Monaten der Pandemie mal sehen zu dürfen. Es war zu erfahren, dass der ein oder andere Großelternteil sogar einen Schrebergarten besitzt. So kamen wir gemeinschaftlich auf die Idee, die Ecke und das Gitter vor den Mülltonnen zu begrünen. Nach einem kurzen Gespräch mit der Firma HAPPE bekamen wir die Erlaubnis, die ersten zwei Gitter an der Rückseite der Jugendwerkstatt Kultur zu bepflanzen.

Was mit ersten „Kressepötten“ und „Radisokonserven“ begann, hat mittlerweile als Upcycling!-GrüneEcke-Projekt seinen eigenen Stil mit den Jugendlichen gefunden, die auf neue kreative Ideen kommen.

Kann man Kresse in eine alte Tastatur, die man ja erst auseinanderbauen muss, pflanzen?
Wie groß und hoch kann ein „Baustoffrohr-Erdbeer-Turm“ sein?
Warum ist es so mühsam, einen Autoreifen zu zerteilen und so easy, ihn zu bepflanzen?

Also werkeln und gärtnern wir jede Woche für eine Begrünung der Ecke, sofern es uns erlaubt ist. Und die Jugendlichen haben „angebissen“ und derzeit ist ein Bananenbaum im Topf und ein Gurkenbeet in der Diskussion; schauen wir mal, was da wächst.

Hier also ein paar Fotos aus unserem Projekt. Und wir hoffen, dass wir vielleicht noch vor den Sommerferien die „Upcycling!-GrüneEcke“ mit mehr Menschen genießen dürfen ... vielleicht.

Elisabeth Emmanouil-Maß im Mai 2021


Weitere Infos zur Jugendwerkstatt Kultur
 

Mit Blumen bepflanzter alter Autoreifen
Kresse wächst in einer alten Computertastatur
alte Konservendose als Pflanzbehälter
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