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Litteratur in der Zehntscheune Georg Herwegh zum 200sten Geburtstag am 31. Mai
Litteratur in der Zehntscheune Georg Herwegh zum 200sten Geburtstag am 31. Mai

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Kursnummer:
G2EB301
Kursstatus:
Der Kurs ist abgelaufen

An Georg Herwegh

Herwegh, du eiserne Lerche,
Mit klirrendem Jubel steigst du empor
Zum heiligen Sonnenlichte!
Ward wirklich der Winter zunichte?
Steht wirklich Deutschland im Frühlingsflor?

Herwegh, du eiserne Lerche,
Weil du so himmelhoch dich schwingst,
Hast du die Erde aus dem Gesichte
Verloren - Nur in deinem Gedichte
Lebt jener Lenz, den du besingst.

Heinrich Heine (zwischen 1831 und 1848, Erstdruck 1863)

Den Deutschen

Eine Vision

Ich hatt’ ein seltsam Traumgesicht:
Da saß Gott Vater zu Gericht
Und rief jedwede Nation
Herbei vor seinen Sternenthron.

Die Völker kamen in dichten Haufen,
Just wie sie waren, angelaufen:
Die Briten, Russen und Franzosen,
Die letzten, wie immer, ohne Hosen;

Selbst China und die Mongolei,
Auch ein Stück Polen war dabei.
Und als der Herr die Völker zählte -
Ei, sieh! das Deutsche Reich noch fehlte.

"Wo bleiben denn meine Deutschen wieder?
Recken sie noch die faulen Glieder?
Sie könnten, seit ich sie begraben,
Doch endlich ausgeschlafen haben!"

Drauf hieß er ’nen Engel zur Erde springen,
Die Siebenschläfer heraufzubringen.
Der Engel lief in Deutschland herum,
War alles still, war alles stumm.

"Ihr Deutschen, wollt ihr nicht aufstahn?
Die Ewigkeit geht eben an!"
Der Engel blies in lichtem Zorn,
Wie toll, in sein himmlisch Jägerhorn;

Doch eh’ sich die Deutschen zusammengefunden,
War längst der Jüngste Tag verschwunden,
Hatt‘ alles seinen Lohn empfangen -
Den Deutschen ist Himmel und Höll’ entgangen!

Georg Herwegh: Lieder eines Lebendigen. 1841

Termin:
Mi. 31.05.2017
Dauer:
1 Termin
Uhrzeit:
19:15 - 21:30 Uhr
Dozent(en):
Kursort(e):
Kosten:
8,00 € (8,00 €)
Material:
Schreibzeug (Papier, Schreibmaterialien);
Literatur - sofern vorhanden

© VHS Reckenberg-Ems 2013