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Litterarische Mittwochsgesellschaft III Das Brüderpaar von Stolberg
Litterarische Mittwochsgesellschaft III Das Brüderpaar von Stolberg

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Kursnummer:
I2EA103
Kursstatus:
Der Kurs ist abgelaufen

Christian Graf zu Stolberg 1748-1821 und sein jüngerer Bruder Friedrich Leopold 1750-1819 sind Zeitgenossen und Freunde des jungen Goethe. Als Hainbündler und große Verehrer Klopstocks ist ihr Leben und ihr Verhältnis zur Literatur exemplarisch für die Zeit des Sturm und Drang, der Aufklärung sowie Klassik und der Wende in die Romantik. Goethe erwähnt die beiden Brüder in "Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit" einmal im 12. Buch: "Dadurch kam ich mit jenen in einige Berührung, die sich, jung und talentvoll, zusammenhielten, und nachher so viel und mannigfaltig wirkten. Die beiden Grafen Stolberg, Bürger, Voß, Hölty und andere waren im Glauben und Geiste um Klopstock versammelt, dessen Wirkung sich nach allen Seiten hin erstreckte. In einem solchen, sich immer mehr erweiternden deutschen Dichterkreise entwickelte sich zugleich, mit so mannigfaltigen poetischen Verdiensten, auch noch ein anderer Sinn, dem ich keinen ganz eigentlichen Namen zu geben wüßte. Man könnte ihn das Bedürfnis der Unabhängigkeit nennen, welches immer im Frieden entspringt, und gerade da, wo man eigentlich nicht abhängig ist." Und schreibt dann im 18. Buch über die Reise in die Schweiz, die er gemeinsam mit den Stolberg-Brüdern unternahm: "Um diese Zeit meldeten sich die Grafen Stolberg an, die, auf einer Schweizerreise begriffen, bei uns einsprechen wollten. Ich war durch das frühste Auftauchen meines Talents im Göttinger Musenalmanach mit ihnen und sämtlichen jungen Männern, deren Wesen und Wirken bekannt genug ist, in ein gar freundliches Verhältnis geraten. Zu der damaligen Zeit hatte man sich ziemlich wunderliche Begriffe von Freundschaft und Liebe gemacht. Eigentlich war es eine lebhafte Jugend, die sich gegen einander aufknöpfte und ein talentvolles aber ungebildetes Innere hervorkehrte. Einen solchen Bezug gegen einander, der freilich wie Vertrauen aussah, hielt man für Liebe, für wahrhafte Neigung; ich betrog mich darin so gut wie die andern, und habe davon viele Jahre auf mehr als eine Weise gelitten. Es ist noch ein Brief von Bürgern aus jener Zeit vorhanden, woraus zu ersehen ist, daß von sittlich Ästhetischem unter diesen Gesellen keineswegs die Rede war. Jeder fühlte sich aufgeregt und glaubte garwohl hiernach handeln und dichten zu dürfen.
Die Gebrüder kamen an, Graf Haugwitz mit ihnen; von mir wurden sie mit offener Brust empfangen, mit gemütlicher Schicklichkeit. Sie wohnten im Gasthofe, waren zu Tische jedoch meistens bei uns. Das erste heitere Zusammensein zeigte sich höchst erfreulich, allein gar bald traten exzentrische Äußerungen hervor."

Termin:
Mi. 18.04.2018
Dauer:
1 Termin
Uhrzeit:
19:15 - 21:30 Uhr
Dozent(en):
Kursort(e):
  • Stadtbibliothek Wiedenbrück, Lesecafé
    Kirchplatz 2
    33378 Rheda-Wiedenbrück
Kosten:
8,00 € (8,00 €)
Material:
Schreibzeug (Papier, Schreibmaterialien);
Literatur - sofern vorhanden

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